Erektile Dysfunktion

Was ist Erektile Dysfunktion?

Die Erektile Dysfunktion (ED) ist eine häufige sexuelle Störung bei Männern. Sie steht für die Unfähigkeit, eine für einen befriedigenden Geschlechtsakt ausreichende Erektion aufzubauen oder aufrecht zu erhalten. Die Erektionsstörung kann gelegentlich oder regelmäßig auftreten, mit oder ohne eine klare Ursache. Einige Männer mit ED sind überhaupt nicht in der Lage, eine Erektion zu bekommen.

Eine ED ist keine lebensbedrohende Störung, sie kann aber Ihre Lebensqualität und die Ihrer Parterin beeinträchtigen.

Wie häufig kommt ED vor?

Die ED ist eine häufige Erkrankung des Mannes, unabhängig von Alter und ethnischem Hintergrund. Das Risiko, eine ED zu bekommen, nimmt mit dem Alter zu.

Was ist eine Erektion?

Der Aufbau einer Erektion beinhaltet körperliche, hormonelle und psychologische Elemente. Der Penis besteht aus weichem, schwammartigem und elastischem Gewebe, das sich mit Blut füllt, um ihn wachsen und fest werden zu lassen. Die um das schwammartige Gewebe und die Prostata herumliegenden Nerven senden Signale, die die Blutversorgung durch die Blutgefäße anregen (Abb. 1). Diese Signale werden durch das männliche Sexualhormon Testosteron gesteuert.

Abb. 1: Anatomie des Penis.
Abb. 1: Anatomie des Penis.

Ursachen

Herzkrankheiten sind eine häufige Ursache der ED. Andere häufige Ursachen sind:

  • Diabetes mellitus
  • Nervenschäden des Penis oder im Beckenbereich
  • Beckenchirurgie
  • Strahlentherapie im Beckenberech
  • Niedriger Testosteron-Spiegel
  • Neurologische Erkrankungen wie die Parkinsonkrankheit

Psychologische Risikofaktoren für ED

Mehrere psychische Störungen werden mit ED in Verbindung gebracht. Dazu gehören:

  • Angst
  • Depression
  • Gefühl der Unzulänglichkeit
  • Geringe Selbstachtung
  • Unfähigkeit, die eigenen Gefühle zu beschreiben
  • Stress

Gesellschaftliche Vorstellungen, wie Männer und Frauen miteinander umgehen sollten, können auch zu einer ED beitragen. Dazu können unrealistische Erwartungen hinsichtlich Liebe und Sexualität gehören, aber auch unangebrachte männliche und weibliche Rollenverständnisse.

Eine ED ist manchmal die Ursache und manchmal die Folge von unbefriedigenden und nicht funktionierenden Beziehungen. Oft ist es schwierig herauszufinden, was zuerst auftrat.

Herz-Gefäß-Krankheiten und ED

ED und Herz-Gefäß-Krankheiten haben die gleichen häufigen Risikofaktoren wie Fettleibigkeit, Rauchen, hohen Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Bewegungsmangel. Eine ED kann ein frühes Symptom einer Herzkrankheit sein, da Probleme mit der Durchblutung die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen. Deshalb sollten Männer, die an einer ED leiden, sich beim Arzt auf Herzkrankheiten untersuchen lassen.

Harnwegssymptome und ED

Eine ED tritt oft in Verbindung mit Harnwegssymptomen auf, wie häufigem Wasserlassen, Nykturie und Harndrang. Oft hängen diese Symptome mit einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPE) zusammen. Es ist unklar, ob die Harnwegssymptome eine ED verursachen, aber im Allgemeinen geht eine Zunahme der Harnwegssymptome mit einer Verschlimmerung der ED einher.

Diagnostik

Eine Erektile Dysfunktion (ED) ist ein Problem, dass eine korrekte Diagnostik erfordert, um die Ursache zu erkennen und die passende Therapie für Sie zu finden.

Über die ED mit Ihrem Hausarzt oder Urologen zu sprechen, kann unangenehm sein, aber es ist sehr wichtig. Gemeinsam können Sie besprechen, welche Behandlung für Sie die richtige ist.

Dieses Kapitel führt die verschiedenen Testverfahren auf, die Ihr Arzt einsetzen könnte, um Ihre Situation zu erfassen. Es enthält allgemeine Informationen über die Diagnostik der ED. Beachten Sie bitte, dass die Voraussetzungen in verschiedenen Ländern unterschiedlich sein können.

Medizinische Vorgeschichte

Ihr Arzt wird Ihre medizinische Vorgeschichte (Anamnese) erfragen, um sich einen Eindruck von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand zu machen. Zur Anamneseerhebung gehört, dass Ihr Arzt nach anderen Krankheiten fragt, die Sie haben könnten.

Ihr Arzt kann Sie fragen:

  • ob Sie irgendwelche Medikamente einnehmen
  • ob Sie rauchen
  • wann und wie viel Sie trinken
  • ob Sie viel Kaffee oder Alkohol trinken
  • ob Sie regelmäßig Partydrogen nutzen
  • ob Sie jemals im Beckenbereich operiert wurden
  • ob Sie irgendwelche Herzprobleme haben
  • ob Sie Hormonstörungen haben
  • ob Sie irgendwelche psychischen Probleme haben

Sexuelle Vorgeschichte

Ihr Arzt wird Ihnen auch Fragen zu Ihrem Sexualleben stellen, die sehr persönlich sein können, aber für eine gründliche Diagnostik und Behandlung notwendig sind. Einige der Fragen betreffen:

  • den Status Ihrer früheren sexuellen Beziehungen
  • Ihre aktuellen sexuellen Beziehungen
  • Ihre aktuelle Gefühlslage
  • wann die Erektionsstörungen begannen
  • wie lang die Erektionsstörungen anhielten
  • ob Sie wegen Ihrer ED bereits einen anderen Arzt aufgesucht haben
  • ob Sie bereits wegen Ihrer ED behandelt wurden

Ihr Arzt wird Sie bitten, die Festigkeit und Dauer Ihrer morgendlichen Erektionen sowie der Erektionen bei sexueller Stimulation zu beschreiben. Außerdem wird Ihr Arzt fragen, ob Sie Probleme mit der Erregung, dem Samenerguss oder beim Orgasmus haben.

Wenn Sie einen Geschlechtspartner haben, kann es sinnvoll sein, dieses Gespräch gemeinsam zu führen.

Körperliche Untersuchung

Der Arzt wird eine vollständige körperliche Untersuchung durchführen, um nach krankhaften Erscheinungsbildern des Penis, des Hodensacks und der Hoden zu suchen. Zur Untersuchung auf Herzkrankheiten wird der Arzt Ihren Blutdruck, ihre Herzfrequenz und ihren Cholesterinspiegel überprüfen. Ihr Arzt wird eine rektale Tastuntersuchung durchführen, um die Größe, Form und Konsistenz Ihrer Prostata zu erfühlen. Bei Bedarf wird er auch den PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen) in Ihrem Blut bestimmen. Um einen Diabetes mellitus auszuschließen, kann der Arzt Ihren Blutzuckerspiegel bestimmen lassen. Weiter kann auch eine Bestimmung des Testosteronspiegels in Ihrem Blut erforderlich sein.

Einschätzung Ihres Herz-Kreislauf-Risikos

Wegen der Beziehung zwischen ED und Herzerkrankungen wird der Arzt als Teil der Diagnostik immer eine Einschätzung Ihres Herz-Kreislauf-Risikos vornehmen. Zu diesem Zweck kann Sie Ihr Arzt für weitere Untersuchungen und spezielle Herz-Kreislauf-Tests wie zum Beispiel Belastungstests zu einem Kardiologen überweisen.

Weitere Testverfahren

In einigen Fällen kann es erforderlich sein, weitere Untersuchungen durchzuführen, zum Beispiel:

  • Test der nächtlichen penilen Tumeszenz und Rigidität (NPTR) zur Untersuchung der Anschwellung und Steifigkeit des Penis in der Nacht
  • Schwellkörperinjektionstest
  • Kontrastmittelröntgen zur Überprüfung der Blutgefäße
  • Medizinische Bildgebung des Penis

Diese Testverfahren gehören nicht zur üblichen Erstdiagnostik einer ED, sondern sind nur erforderlich, wenn Ihr Arzt weitere Informationen zur Beurteilung Ihrer persönlichen Situation benötigt.
Wenn erforderlich, kann Sie Ihr Arzt für weitere Untersuchungen zu einem Neurologen, einem Psychiater, einem Andrologen oder zu einem Endokrinologen überweisen.

Therapie

Die Erektile Dysfunktion (ED) ist eine häufige Erkrankung. Auch wenn sie nicht lebensbedrohlich ist, kann sie Ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Da sie mit anderen Erkrankungen wie zum Beispiel Herzkrankheiten in Zusammenhang stehen kann, ist es wichtig, dass Sie die richtige Behandlung erhalten. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten einer ED. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche die in Ihrer Situation beste Möglichkeit ist.

Dieses Kapitel bietet allgemeine Informationen über Behandlungsmöglichkeiten. Die Voraussetzungen können in verschiedenen Ländern unterschiedlich sein.

Aufklärung und Paarberatung

Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist das Verstehen der Krankheit und der Folgen, die sie für Ihre intimen Beziehungen haben kann. Ihr Arzt wird oft eine Kombination von körperlichen und psychologischen Herangehensweisen zur Behandlung der ED empfehlen. In der Vergangenheit konzentrierten sich Ärzte vor allem auf die Therapie körperlicher Aspekte der ED. Heutzutage werden auch psychologische und emotionale Aspekte der Erkrankung einbezogen.

Eine Behandlung, die psychologische Ansätze enthält, hat sich als effektiver erwiesen als die alleinige Therapie körperlicher Symptome. Diese Herangehensweise hat sich auch bei einzelnen Patienten als effektiv erwiesen oder in Fällen, bei denen die Partnerin nicht involviert ist.

Wenn Sie in einer festen Beziehung leben, kommt es Ihrer Behandlung zugute, wenn Ihre Partnerin mit der Behandlungsform einverstanden ist, ihre Funktionsweise versteht und Sie darüber sprechen können.

Denken Sie daran, dass die Behandlung auf Ihrer persönlichen Situation basiert und dass etwas, das anderen hilft, nicht immer auch für Sie hilfreich ist.

Wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, die mit der ED in Verbindung stehen könnten, wird Ihr Arzt mit Ihnen über eine Überweisung an Spezialisten zur Begutachtung und weiteren Behandlung sprechen.

Ratschläge zur Lebensführung

Ihren allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern, könnte helfen, Ihre Symptome zu lindern. Ihr Arzt wird Ihnen raten, mit dem Rauchen aufzuhören, weniger Alkohol zu trinken und regelmäßig Sport zu treiben.

Abhängig von Ihrer persönlichen Situation kann Ihnen Ihr Arzt zu einer Anpassung Ihrer Ernährung raten. Es ist wichtig, dies zunächst mit dem Arzt zu besprechen. Als Grundregel versuchen Sie, sich möglichst vielseitig mit wenig Zucker, wenig Salz und wenig Fett zu ernähren.

Phosphodiesterase-5-Hemmer

Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer) sind eine Gruppe von Medikamenten, die bei der Behandlung der ED verwendet werden. Diese Arzneimittel entspannen die glatte Muskulatur der Blutgefäße im Penis, um die Durchblutung zu steigern. Ohne sexuelle Stimulation verursachen sie keine Erektion.

Es gibt vier zugelassene Arten von PDE-5-Hemmern:

  • Sildenafil
  • Tadalafil
  • Vardenafil
  • Avanafil

PDE-5-Hemmer sInd die am häufigsten verschriebene Behandlung der ED. Alle Arten von PDE-5-Hemmern können gleichermaßen effektiv sein. Welches Arzneimittel für Sie das beste ist, hängt davon ab, wie oft Sie sexuell aktiv sein möchten und von Ihren persönlichen Erfahrungen.

Aufgrund des Erfolgs der PDE-5-Hemmer in der Behandlung der ED gibt es viele gefälschte Tabletten auf dem Markt. Diese Medikamente sind nicht für den Verkauf zugelassen, sie können giftig sein und Ihre Gesundheit gefährden. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Arzneimittel zur Behandlung der ED kaufen.

Interessante Fakten

Sildenafil, besser bekannt unter seinem Markennamen Viagra®, ist das älteste und bekannteste Medikament zur Behandlung der ED. Obwohl neue Medikamente entwickelt wurden, macht es noch immer mehr als 40 Prozent aller verkauften PDE5-Hemmer aus.

ED nach Prostatenkrebs

Prostatakrebs ist ein bösartiger Tumor in der Vorsteherdrüse (Prostata). Er ist die häufigste Form von Krebs unter älteren Männern. Es gibt verschiedene Therapieverfahren zur Behandlung eines örtlich begrenzten Prostatakrebses. Zwei der gebräuchlichsten sind die radikale Prostatektomie und die Strahlentherapie. Diese Behandlungsverfahren können die sexuelle Gesundheit beeinträchtigen, und Männer leiden nach der Therapie häufig unter einer erektilen Dysfunktion (ED).

Warum führt die Prostatakrebstherapie oft zu Erektionsstörungen?

Die Prostata sitzt direkt unterhalb der Blase und ist von Nerven und Blutgefäßen umgeben. Diese Nerven und Blutgefäße werden für eine normale Erektion benötigt. Es wurde viel geforscht, um den Verlauf der Nerven zu verstehen und Wege zu finden, sie bei der Operation oder anderen Behandlungsverfahren nicht zu verletzen.

Radikale Prostatektomie

Die radikale Prostatektomie ist ein chirurgisches Behandlungsverfahren zur kompletten Entfernung der Prostata und der umliegenden Gewebe. Wenn der Tumor auf die Prostata beschränkt ist, wird der Chirurg versuchen, die zum Penis verlaufenden Nerven während der Operation zu verschonen. Dies wird auch als nervenerhaltende Operation bezeichnet. Doch auch wenn eine nervenerhaltende Operation erfolgreich verläuft, kommt es nach einer radikalen Prostatektomie häufig zu einer vorübergehenden Erektilen Dysfunktion.

Ursache dafür ist, dass Ihre Nerven so empfindlich sind, dass sie selbst durch leichteste Verletzungen beeinträchtigt werden. Kommt es während der Operation zu irgendeiner Verletzung, stellen die Nerven den Signaltransport zu den Blutgefäßen im Penis ein. Es kann bis zu zwei Jahren dauern, bis sich die Nerven wieder erholen.

Auch die Blutgefäße, die den Penis versorgen, können durch die Operation in Mitleidenschaft gezogen werden. Dadurch kann weniger Blut in das schwammartige Gewebe des Penis fließen und es wird geschädigt. Aufgrund dieser Schädigung kann es schwieriger sein, sich von der ED zu erholen.

In einigen Fällen ist eine nervenerhaltende Operation nicht möglich, weil sich der Tumor bereits über die Prostata hinaus ausgebreitet hat oder aus anderen Gründen. Eine Erholung der erektilen Funktion nach einer nicht-nervenerhaltenden Operation ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Besprechen Sie Ihre Bedenken und mögliche Behandlungsverfahren mit Ihrem Arzt.

Strahlentherapie

Strahlentherapie ist eine Form von Krebsbehandlung, die Bestrahlung nutzt, um bösartige Zellen unter Kontrolle zu bringen oder zu töten. Sie kann von außen durchgeführt werden oder durch Einführen der Strahlenquelle in die Prostata. Da die Bestrahlung auch gesunde Zellen töten kann, können die zum Penis führenden Nerven und Blutgefäße um die Prostata herum geschädigt werden. Es gibt zwar noch immer ein ED-Risiko nach einer Strahlentherapie, aber der technische Fortschritt hat die Präzision der Bestrahlung verbessert.

Werde ich nach der Behandlung normale Erektionen haben können?

Das Risiko einer ED nach der Behandlung des Prostatakrebses hängt von dem chirurgischen Verfahren oder der Art der Strahlentherapie ab, die Ihr Arzt einsetzt, aber auch von:

  • Ihrem Alter
  • Ihrer Statur
  • Ihrer Krankheitscharakteristik
  • Ihrer sexuellen Gesundheit vor der Therapie

Mit Erektiler Dysfunktion leben

Beinahe jeder Mann kann kurzzeitig unter Erektionsstörungen leiden. Fast immer steht das in Verbindung mit bestimmten und spezifischen Lebenssituationen, Problem oder Stresssituationen. Für gewöhnlich verschwinden diese Probleme von selbst, wenn sich die Situation aufgelöst oder verändert hat. Im Allgemeinen müssen Sie deshalb keinen Arzt aufsuchen.

Wenn Sie für mehr als sechs Monate unter einer Erektionsschwäche (Erektile Dysfunktion (ED)) leiden, sollten Sie professionelle Hilfe suchen. Ihr Arzt kann Ihnen durch körperliche und psychische Tests helfen, die Ursachen zu finden. Sie erfahren mehr darüber im Kapitel Diagnostik der ED.

Eine ED kann Ihre Lebensqualität negativ beeinflussen. Die Lebensqualität umfasst sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit. Es ist wichtig, sich nicht nur gesund zu fühlen, sondern auch frei von der psychischen Belastung, mit einer ED zu leben. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass verschiedene Menschen die gleichen Symptome unterschiedlich erleben. Deshalb sind Ihre persönliche Erfahrung und Ihre Lebensqualität nicht zu unterschätzen: Sie sind genauso wichtig, wie diagnostische Tests und Behandlungsergebnisse.

Persönliche Beziehungen und Sexualität

Eine intime Beziehung zwischen zwei Menschen ist komplex und beinhaltet viele Aspekte. Die ED kann Ihr Verhältnis zu sich selbst und zu Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner beeinträchtigen oder verändern. Sie kann Ihnen peinlich sein und Sie können sich schuldig fühlen, was es schwierig macht, mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner über dieses Thema zu sprechen. Eine ED könnte direkte Auswirkungen auf eine feste Beziehung haben.

Eine ED kann Ihr Sexualleben beeinträchtigen. Es ist schwierig, sich attraktiv und selbstbewusst zu fühlen oder mit der Partnerin/dem Partner intim zu werden, wenn Sie sich nicht in der Lage fühlen, ihm oder ihr Lust zu bereiten. Dies kann auch Einfluss auf Vertrauen, Intimität und Nähe haben. Ihre Intimität wie auch Ihr alltäglicher Umgang können davon betroffen sein.

Sie können sich emotional wie körperlich zunehmend abweisend verhalten, aus Angst, kein befriedigendes Sexualleben haben zu können. Auch wenn dieses Verhalten ein Zeichen von Frustration und Scham sein kann, könnte Ihre Partnerin/Ihr Partner den Eindruck gewinnen, Sie verlören das Interesse an ihr oder ihm. Dies kann ihre Selbstachtung und ihr Gefühl, attraktiv zu sein, negativ beeinflussen.

Diese Veränderungen können sehr schwer zu akzeptieren sein, da für die meisten Männer Sexualität und Erektion zeitlebens wichtig bleiben. Sie können sogar mit Verleugnung des Problems reagieren oder unter Depressionen leiden. Aus diesem Grund sollten die Auswirkungen einer ED auf Ihre Lebensqualität nicht unterschätzt werden.

Viele Männer halten es für unangebracht zuzugeben, dass Sie Aufmerksamkeit oder auch nur eine Umarmung brauchen. Es ist wichtig, dieses Thema mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner anzusprechen. Das kann einer emotionalen und körperlichen Distanz vorbeugen und Ihnen den Zuspruch und die emotionale Unterstützung verschaffen, die Sie benötigen.

Ihre Partnerin/Ihr Partner kann ihre oder seine eigene Attraktivität und sexuelle Anziehungskraft mit der Fähigkeit in Verbindung bringen, Sie sexuell zu erregen. Sie oder er kann sich verletzt oder abgewiesen fühlen, und Untreue oder Vernachlässigung fürchten. Diese Gefühle können sich verschlimmern, je öfter die ED Sie von einer erfüllenden sexuellen Aktivität abhält. Während die Therapie zur Heilung der ED den körperlichen Aspekt löst, können die psychologischen Konsequenzen für Sie und Ihre Partnerin/Ihren Partner genauso behandlungsbedürftig sein. Es könnte helfen, einen Psychotherapeuten aufzusuchen.

Ihre Partnerin/Ihr Partner kann unter der Situation leiden, ohne viel darüber zu sagen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie offen über den besten Weg sprechen, mit dieser Erkrankung umzugehen.

Eine ED beeinträchtigt nicht nur das Sexualleben von Männern in einer festen Beziehung. Singlemänner mit einer ED meiden Verabredungen oft aus diesem Grund.

Es kann Ihnen unangenehm sein, Ihr Sexualleben mit einem Urologen oder einem Sexualtherapeuten zu besprechen, aber es ist der effektivste Weg, mit Ihren Sorgen umzugehen. Gemeinsam mit Ihrem Arzt können Sie herausfinden, was in Ihrem Sexualleben wichtig ist und die beste Therapie auswählen, um ein befriedigendes Sexualleben zu haben. Wenn Sie eine Partnerin/einen Partner haben, ist es wichtig, sie in diese Gespräche einzubeziehen.

Hilfe suchen

Die ED ist eine sehr intime und private Erkrankung. Die meisten Patienten nutzen vielfältige Quellen, um sich über Erektionsstörungen zu informieren: Freunde, das Internet, Medien, Geschäfte für sexuelle Gesundheit, Apotheker, Psychologen oder Ärzte.

Einige Männer entscheiden sich dafür, über Ihr Problem mit niemandem zu sprechen oder nicht zum Arzt zu gehen, weil sie:

  • denken, sie hätten eine normale Erektion, so dass eine Therapie unnötig erscheint
  • davon ausgehen, dass sie ihr Geschlechtsleben stoppen können, so dass eine Therapie unnötig erscheint
  • Angst haben, sie könnten an einer unheilbaren Erkrankung leiden
  • sich Sorgen um eine Fehldiagnose machen
  • keinen einfachen Zugang zu einem Arzt haben
  • eine negative Erfahrung im Krankenhaus gemacht haben
  • Freunde oder Verwandte haben, die negative Erfahrungen mit der Therapie einer ähnlichen Erkrankung gemacht haben
  • nichts über die möglichen Behandlungsverfahren wissen
  • finanzielle Probleme haben
  • sich aufgrund ihres Alters oder ihrer Erkrankung isoliert fühlen

Auch wenn diese Gründe überzeugend zu sein scheinen, sollten sie Sie nicht davon abhalten, Hilfe zu suchen und Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Fragen, die Sie Ihrem Arzt stellen können

Sie können viele Fragen zu Ihrer Erkrankung haben. Die EAU-Patienteninformationen zur ED beantworten viele dieser Fragen, aber sie befassen sich nicht mit Ihrer persönlichen Situation. Der Urologe und der Sexualtherapeut sind die besten Ansprechpartner, um diese Themen zu erörtern und Sie sollten sich nicht scheuen, dabei alle Ihre Sorgen anzusprechen.

Hier sind einige Fragen, die Sie Ihrem Arzt stellen könnten:

  • Warum hat sich dieses Problem bei mir entwickelt?
  • Warum passiert das mir?
  • Was wird in den nächsten Monaten und Jahren passieren, wenn ich mich nicht behandeln lasse?
  • Was wird in den nächsten Monaten und Jahren passieren, wenn ich mich für eine Behandlung entscheide?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten sind verfügbar?
  • Welche Behandlungsmöglichkeit empfehlen Sie mir?
  • Warum empfehlen Sie mir dieses Behandlungsverfahren?
  • Was kann ich von der Behandlung erwarten?
  • Welche Nebenwirkungen oder Risiken können bei dieser Behandlung auftreten?
  • Wird die Behandlung meine Krankheit heilen?
  • Wie lange werde ich eine Behandlung benötigen?

This information was produced by the European Association of Urology.

  • Prof. Dr. Frank van der Aa, Leuven (BE)
  • Dr. Jean-Nicolas Cornu, Paris (FR)
  • Ms. Sharon Holroyd, Leeds (UK)
  • Prof. Dr. José Enrique Robles, Pamplona (ES)
  • Ms. Eva Wallace, Dublin (IR)

Updated March 2018 by:

  • Dr. Jan-Peter Jessen Essen (DE)
  • Dr. Ricardo Periera e Silva, Lisbon (PT)