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Die Immuntherapie ist eine Arzneimitteltherapie, die Ihr Immunsystem im Kampf gegen die Tumorzellen stärkt. Diese Therapien werden nur in besonderen Fällen eingesetzt. Wenn Ihr Allgemeinzustand gut ist und Sie wenige Metastasen in den Lungen haben, kann Ihr Arzt diese Behandlung empfehlen.

Zwei verschiedene Arten von Immuntherapie werden in der Behandlung des metastasierenden Nierenkrebses eingesetzt:

  • Interferon-alpha (INF-α)
  • Interleukin-2 (IL-2)

Ihr Arzt kann eine Behandlung mit Interferon-alpha empfehlen, wenn Sie ein klarzelliges Nierenzellkarzinom haben und sich der Tumor nur in die Lungen ausgebreitet hat. Interferon wird für gewöhnlich mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab kombiniert eingesetzt und unter die Haut gespritzt. Ihr Arzt wird den Behandlungsplan mit Ihnen besprechen. Wenn Ihnen Ihr Arzt eine Therapie mit Interleukin-2 empfiehlt, müssen Sie wegen der Nebenwirkungen während der Behandlung im Krankenhaus bleiben.

Interferon-alpha und Interleukin-2 können schwere Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten gehören Fatigue und grippeähnliche Symptome wie Fieber und Schüttelfrost sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Fast jeder immuntherapeutisch behandelte Patient leidet anfangs unter diesen Nebenwirkungen, die sich aber in der Regel im weiteren Behandlungsverlauf bessern. Die Symptome beginnen 2-4 Stunden nach der Injektion und halten etwa 12 Stunden an. Paracetamol kann helfen, die Beschwerden zu lindern.

Durch die Immuntherapie kann es zu einem vorrübergehenden Abfall der Zahl der roten oder weißen Blutkörperchen oder der Blutplättchen kommen. Ein Abfall der weißen Blutkörperchen beeinträchtigt das Abwehrsystem und kann das Infektionsrisiko erhöhen. Ein Mangel an roten Blutkörperchen kann zu Müdigkeit und Atemnot führen. Möglicherweise benötigen Sie eine Bluttransfusion, wenn die Werte zu sehr absinken. Ein Abfall der Blutplättchen kann durch Nasenbluten, Zahnfleischbluten nach dem Zähneputzen, viele stecknadelkopfgroße rote Punkte (Petechien) oder Blutergüsse an Armen und Beinen auf sich aufmerksam machen. Auch Juckreiz, Hauttrockenheit oder Ausschläge können auftreten.

Wenn Sie eine dieser Nebenwirkungen bemerken, sollten Sie Ihr Behandlungsteam ansprechen. Ihr Arzt wird Ihr Blutbild regelmäßig überprüfen.

Andere Symptome umfassen Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Appetitverlust, Geschmacksstörungen oder einen metallischen Geschmack im Mund. Auch Halsschmerzen und Schluckbeschwerden können auftreten. Da sie zu Austrocknung, Gewichtsverlust oder Unterernährung führen können, sagen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Pflegekraft unbedingt, wenn diese Beschwerden nicht verschwinden.

Im Behandlungsverlauf können Sie sich depressiv fühlen, Ängste oder Schlafstörungen entwickeln. Diese Gefühle können eine Nebenwirkung der Immuntherapie sein, aber auch eine Reaktion auf Ihre Diagnose. Sie können Ihr Behandlungsteam nach psychologischer Unterstützung fragen, wenn Sie das Gefühl haben, mit jemandem sprechen zu müssen.

Mehr darüber, wie Sie die Nebenwirkungen bewältigen können, erfahren Sie im Kapitel Umgang mit den Nebenwirkungen einer Arzneimitteltherapie.

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