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Wass ist TURBT?

Die TURBT ist eine chirurgische Entfernung (Resektion) von Blasentumoren. Dieser Eingriff vereint Diagnostik und Therapie. Er ist diagnostisch, weil der Chirurg den Tumor und alle für die weitere Untersuchung benötigten Gewebe zur feingeweblichen Untersuchung unter einem Mikroskop (Histologische Beurteilung) entfernt. Die TURBT ist auch therapeutisch, weil die vollständige Entfernung aller sichtbaren Tumoren die Behandlung für diese Krebsform darstellt. Eine komplette und einwandfrei durchgeführte TURBT ist entscheidend für eine gute Prognose. In einigen Fällen ist eine zweite TURBT nach einigen Wochen erforderlich.

Wie bereite ich mich auf den Eingriff vor?

Ihr Arzt wird Ihnen detaillierte Hinweise geben, wie Sie sich auf den Eingriff vorbereiten müssen. Sie dürfen in den sechs Stunden vor der Operation nicht essen, trinken oder rauchen, um sich für die Narkose vorzubereiten. Wenn Sie Medikamente einnehmen, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. Es kann sein, dass Sie die Einnahme vor der Operation für einige Tage unterbrechen müssen.

Wie wird eine TURBT durchgeführt?

Der Eingriff wird für gewöhnlich unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie (Injektion im unteren Bereich der Wirbelsäule, um allein die untere Körperhälfte zu betäuben – Sie bleiben wach) durchgeführt.

Ein dünnes Rohr mit einer Kamera am Ende wird durch die Harnröhre bis in die Blase geschoben. Alle sichtbaren Tumoren werden mit einem sogenannten Resektoskop entfernt, zusammen mit jeglichem weiteren, für die Untersuchung (Biopsie) erforderlichen Gewebe. Das Krebsgewebe wird abgeschabt und die zurückbleibenden Krebszellen werden mit elektrischem Strom verbrannt, der durch das Resektoskop geleitet wird.

Welche Risiken sind mit der Operation verbunden?

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können Komplikationen auftreten:

  • Blutungen
  • Infektionen
  • Perforationen der Blasenwand sind selten, können aber vorkommen, wenn der Tumor aus der Tiefe der Blase entfernt wird
  • Blut im Urin
  • Blockade der Harnröhre durch Blutgerinnsel
  • Verletzungen der Blase und der Harnröhre, die zur Bildung von Narbengewebe und Strikturen (kreisförmige Narben) führen

Photodynamische Diagnostik

Die Photodynamische Diagnostik (PDD) ist ein zusätzliches diagnostisches Verfahren, das an einigen Zentren verfügbar ist. Sie wird während einer transurethralen Resektion eines Blasentumors durchgeführt. Die Photodynamische Diagnostik macht Krebszellen unter violettem Licht sichtbar, um die Erkennung und Entfernung von Tumoren zu verbessern und die Gefahr eines Rückfalls zu vermindern. Kurz vor der Operation wird ein Katheter eingesetzt und die Blase wird mit einer 5-Aminolaevolinsäure-Lösung oder Hexaminolaevolinsäure gefüllt. Der Katheter wird kurz danach entfernt. Die Krebszellen in der Blase verarbeiten den aktiven Bestandteil der Lösung und fluoreszieren unter violettem Licht. Es wurden keinerlei Nebenwirkungen oder Komplikationen bei der PDD berichtet.

Was geschieht nach dem Eingriff?

Nach der Operation wird ein Katheter in die Harnröhre geschoben, um die Blutung zu stoppen und eine Blockade der Harnröhre zu verhindern. Eine Spülflüssigkeit kann verwendet werden, um die Blase und den Katheter auszuwaschen, damit sich keine Blutgerinnsel bilden. Der Katheter wird entfernt, sobald die Blutung aufgehört hat. Wenn Sie nach Entfernung des Katheters ohne Probleme Wasser lassen können, werden Sie aus dem Krankenhaus entlassen. Das ist für gewöhnlich ein bis drei Tage nach dem Eingriff der Fall. Bedenken Sie, dass die Dauer des Krankenhausaufenthalts in verschiedenen Ländern variieren kann.

Ihr Arzt wird einen Nachsorgetermin ein bis zwei Wochen nach dem Eingriff mit Ihnen vereinbaren, um das Ergebnis der Biopsie zu besprechen.

Empfehlungen nach der Operation:

  • Sie können bis zu drei Wochen nach der Operation Blut oder Blutgerinnsel im Urin bemerken. Dies ist normal und wird vorübergehen.
  • Sie können einen konstanten Harndrang verspüren. Er wird nach einigen Tagen verschwinden.
  • Sie können ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen verspüren. Es wird nach einigen Tagen verschwinden.
  • Um die Genesung zu unterstützen ist es wichtig, dass Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag trinken, vor allem Wasser (meiden Sie Alkohol).
  • Heben Sie in den ersten zwei Wochen nach der Operation keine Lasten über zwei Kilogramm.
  • Verzichten Sie für bis zu zwei Wochen auf sexuelle Aktivitäten.
  • Vermeiden Sie Pressen beim Stuhlgang. Verwenden Sie Abführmittel, wenn es nötig ist.
  • Verzichten Sie auf Radfahren und intensives Training.
  • Vermeiden Sie Hausarbeiten wie Fensterputzen, Staubsaugen sowie Gartenarbeiten.
  • Trinken Sie keinen Alkohol.

In den folgenden Fällen müssen Sie Ihren Arzt aufsuchen oder in die Klinik zurückkehren:

  • Ein brennendes Gefühl während des Wasserlassens bleibt bestehen
  • Ihr Urin enthält viele Blutgerinnsel
  • Sie sind nicht in der Lage, Wasser zu lassen
  • Sie entwickeln Fieber (>37.8 °C)

Re-TURBT

Manchmal wird nach der Entfernung von Ta- oder T1-Tumoren zurückgebliebenes Tumorgewebe entdeckt. Daneben gibt es ein Risiko, dass sich das Staging dieser Tumoren nach der Entfernung als zu niedrig herausstellt, weil der aggressivste Teil des Tumors nicht untersucht oder bei der Entfernung übersehen wurde.

Um die komplette Entfernung des Tumors zu erreichen und das korrekte Stadium der Erkrankung zu ermitteln, wird Ihr Arzt in einigen Fällen einen erneuten Eingriff, eine sogenannte Re-TURBT, vier bis sechs Wochen nach der primären TURBT empfehlen.

Eine Re-TURBT wird in den folgenden Fällen empfohlen:

  • Nach einer nicht kompletten ersten TURBT
  • Wenn das in der ersten TURBT entnommene Gewebe keine Muskelzellen enthält (außer bei Low-grade-Tumoren des Stadiums Ta oder primärem CIS)
  • Bei allen Tumoren des Stadiums T1
  • Bei allen High-grade-Tumoren (außer primärem CIS)

Die Re-TURBT wird innerhalb von zwei bis sechs Wochen nach der ersten TURBT durchgeführt.

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