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Was ist TUMT?

Die Transurethrale Mikrowellentherapie (TUMT) der Prostata ist eine minimal-invasive Behandlung, bei der das Prostatagewebe mittels Mikrowellenenergie erhitzt wird. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Koagulation. Der entfernte Teil der Prostata wird entweder vom Körper absorbiert oder beim Urinieren ausgeschieden. Durch eine TUMT soll das Prostatavolumen reduziert und eine Verbesserung der Symptome erzielt werden.

Wann sollte eine TUMT in Betracht gezogen werden?

Die TUMT eignet sich besonders für Patienten mit einem Prostatavolumen von 30 bis 100 Milliliter, die eine minimal-invasive Behandlung vorziehen oder bei denen aufgrund ihres Gesundheitszustandes eine operative Behandlung ausgeschlossen ist.

Wie verläuft die TUMT?

Bei der TUMT ist eine lokale Betäubung, manchmal auch in Kombination mit intravenöser Anästhesie, erforderlich. Sobald die Anästhesie wirkt, schiebt der Arzt einen Ballonkatheter in die Harnröhre. Der Ballonkatheter verfügt über eine Antenne, die mittels Mikrowellenenergie das Prostatagewebe erhitzt. Der Ballon hält die Antenne innerhalb der Prostata an der richtigen Stelle (Abb. 1). Nach dem Eingriff wird ein anderer Katheter zur Entleerung des Urins in die Harnblase gelegt.

Ein Katheter wird normalerweise über mehrere Tage hinweg verwendet, bis die Harnröhre verheilt und das selbstständige Urinieren wieder möglich ist. Der Katheter wird im Krankenhaus oder in der Klinik entfernt.

Abb. 1: Teile der vergrößerten Prostata werden durch die von der Mikrowellenantenne erzeugte Hitze koaguliert.
Abb. 1: Teile der vergrößerten Prostata werden durch die von der Mikrowellenantenne erzeugte Hitze koaguliert.

Wie bereitet man sich auf das Verfahren vor?

Der Arzt berät über sämtliche Einzelheiten bezüglich der Vorbereitung auf das Verfahren. Das Essen, Trinken und Rauchen muss zur Vorbereitung der Anästhesie 6 Stunden vor der Operation eingestellt werden. Die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger Medikamente muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Die Einnahme dieser Medikamente muss möglicherweise vor einer TUMT ausgesetzt werden.

Wie lange dauert es, bis der Alltag wieder hergestellt ist?

Normalerweise kann der Patient das Krankenhaus innerhalb von ein paar Stunden nach der Operation wieder verlassen. Vom Autofahren sollte allerdings abgesehen werden, da eine gewisse Benommenheit nach der Anästhesie anhalten kann. Viel Ruhe und Erholung ist am selben Tag nach dem Eingriff zu empfehlen.

Auch mit eingelegtem Blasenkatheter kann den täglichen Aktivitäten schon am Folgetag nachgegangen werden. In den Wochen nach der Operation ist es jedoch möglich, dass Blutspuren im Urin sichtbar sind.

Innerhalb der ersten 4 bis 6 Wochen nach der Operation sollte der Patient:

  • täglich 1-2 Liter trinken – vor allem Wasser;
  • nicht schwerer als 5 kg heben;
  • anstrengende sportliche Übungen und das Fahrradfahren vermeiden;
  • Thermalbäder und Saunen meiden;
  • Verstopfungen vermeiden – durch Anpassung der Ernährung;
  • die Einnahme jeglicher verschreibungspflichtiger Medikamenten mit dem behandelnden Arzt besprechen;
  • und Geschlechtsverkehr 2-3 Wochen vermeiden.

Nach einer TUMT kann es möglicherweise zu einer retrograden Ejakulation kommen. Dies ist ein chronischer Zustand, bei dem das Sperma während des Orgasmus nicht mehr durch die Harnröhre ausgeschieden wird. Stattdessen gelangt das Sperma in die Blase und verlässt den Körper später beim Urinieren. Ein paar Wochen lang können Blutspuren im Sperma sichtbar sein.

Ein Arzt oder Krankenhaus sollte umgehend aufgesucht werden, bei:

  • Fieber
  • Problemen mit dem Katheter
  • Unfähigkeit, nach dem Entfernen des Katheters eigenständig zu urinieren

Vorteile der TUMT:

  • Wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt
  • In den meisten Fällen ist kein stationärer Aufenthalt erforderlich
  • Geringes Risiko von Komplikationen
  • Blutverdünnende Medikamente können weiterhin eingenommen werden

Nachteile der TUMT:

  • Weniger effektiv bei große Prostatae und im Falle von schwerer Obstruktion
  • Verwendung des Katheters in den Tagen nach dem Verfahren
  • Langsame Verbesserung der Symptome und des Harnflusses
  • Möglicherweise ist eine weitere Operation nach mehreren Jahren erforderlich, da die Prostata weiterhin wächst
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