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Nierentumore können sich in andere Organe oder weit entfernt liegende Lymphknoten ausbreiten. Dieses Stadium wird als metastasierende Erkrankung bezeichnet. In diesem Fall gilt der Nierentumor als Primärtumor, die Tumoren in anderen Organen als Metastasen. Ihr Arzt kann Ihnen zu einer chirurgischen Therapie der metastasierenden Erkrankung raten, in der Regel kombiniert mit einer Antiangiogenese-Therapie, die auch als gezielte Krebstherapie bekannt ist. In seltenen Fällen kommt auch eine Immuntherapie zum Einsatz. Zur Behandlung der Metastasen kann eine Strahlentherapie empfohlen werden.

Im Allgemeinen lässt sich eine metastasierende Erkrankung nicht heilen. Ziel der Behandlung ist die Reduzierung der Tumormasse des Primärtumors und der Metastasen. Dies eröffnet Ihnen die Chance, länger und mit weniger Beschwerden zu leben.

Dieses Kapitel beschreibt die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen sollten.

Es handelt sich um allgemeine Informationen, die nicht speziell auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind. Bitte denken Sie daran, dass das Therapieangebot in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich sein kann.

Was ist ein metastasierender Nierenkrebs?

Wenn ein Nierenkrebs metastasiert, breitet er sich in der Regel in die Lungen, Knochen, entfernt liegende Lymphknoten oder das Gehirn aus (Abb. 1). Metastasen sind auf CT-Aufnahmen zu erkennen, entweder bereits bei der ersten Diagnose oder später bei einem Nachsorgetermin. Sie können auch entdeckt werden, weil sie Beschwerden verursachen. Abhängig davon, wohin sich der Krebs ausgebreitet hat, kann eine metastasierende Erkrankung asymptomatisch (beschwerdefrei) sein, oder ganz verschiedene Symptome verursachen. Die häufigsten Beschwerden sind ein lang anhaltender Husten bei Lungenmetastasen oder Knochenschmerzen, wenn der Krebs die Knochen befallen hat.

Abb. 1: Ein metastasierender Nierenkrebs kann sich in Lungen, Knochen oder Gehirn ausbreiten.
Abb. 1: Ein metastasierender Nierenkrebs kann sich in Lungen, Knochen oder Gehirn ausbreiten.

Behandlungsmöglichkeiten

Wenn Sie eine metastasierende Erkrankung haben, wird die chirurgische Entfernung der betroffenen Niere empfohlen, um die Tumormasse zu verkleinern und die Beschwerden zu lindern. Diese Operation wird als zytoreduktive Nephrektomie bezeichnet. Der Eingriff ist nur möglich, wenn Sie kräftig genug sind, sich der Operation zu unterziehen. Verläuft er erfolgreich, können Sie länger und mit weniger Nebenwirkungen überleben.

Verursachen die Metastasen starke Schmerzen oder andere Symptome, können weitere Operationen erforderlich werden, um die Tochtergeschwülste zu entfernen. Ihr Arzt kann dies empfehlen, wenn die Tumoren operabel und Sie fit genug sind, um eine große Operation zu überstehen.

Wenn der Primärtumor nicht sehr groß ist oder Ihre andere Niere nicht gut arbeitet, kann Ihr Arzt auch eine zytoreduktive Nierenteilresektion empfehlen. Bei dieser Operation verschont der Chirurg so viel gesundes Nierengewebe wie möglich.

Bei einer metastasierenden Erkrankung wird die operative in der Regel mit einer medikamentösen Therapie kombiniert. Es gibt verschiedene Arten von Medikamenten, die zur Behandlung von Nierenkrebs eingesetzt werden:

  • Antiangiogenese-Therapie, auch als gezielte Krebstherapie bezeichnet
  • Immuntherapie
  • Chemotherapie, kombiniert mit Immuntherapie

Die am häufigsten eingesetzte Arzneimitteltherapie bei Nierenkrebs ist die Antiangiogenese.

Ihr Arzt kann eine medikamentöse Therapie im Vorfeld der Operation empfehlen, um den Tumor so weit schrumpfen zu lassen, dass er entfernt werden kann. In einigen Fällen wird eine Antiangiogenese-Therapie vor der Operation eingesetzt, um zu testen, wie der Krebs darauf reagiert. Reagiert er gut darauf, wird die Therapie nach der Operation fortgesetzt. Es kann aber auch sein, dass Ihr Arzt eine medikamentöse Therapie erst im Anschluss an die Operation empfehlt.

Ist eine Operation nicht möglich, werden Sie sofort mit einer medikamentösen Therapie beginnen. Die Arzneimittel beeinflussen die Mechanismen, derer sich der Tumor bedient, um zu wachsen. Im Allgemeinen wird eine Antiangiogenese-Therapie eingesetzt. In seltenen Fällen kann Ihnen eine Immuntherapie empfohlen werden. Die Arzneimitteltherapie kann Ihre Symptome lindern und dazu führen, dass der Primärtumor und die Metastasen schrumpfen.

Verursachen die Metastasen nach der Operation oder während der medikamentösen Therapie noch immer Beschwerden, kann eine Strahlentherapie helfen, die Symptome weiter zu lindern.

Die folgenden Themen sollten Sie bei der Planung Ihrer Behandlungsstrategie mit Ihrem Arzt diskutieren:

  • Ihre medizinische Vorgeschichte (Anamnese)
  • Ihre Nierenfunktion
  • Ob Sie einen oder mehrere Tumore in einer oder beiden Nieren haben
  • Wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat
  • Welche Behandlungsverfahren an Ihrem Krankenhaus angeboten werden
  • Die Erfahrung Ihres Arztes: Fragen Sie Ihren Arzt gezielt nach seiner Erfahrung mit dem empfohlenen Therapieverfahren
  • Ihre persönlichen Präferenzen und Werte
  • Unterstützung während der Therapie
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